Der Schuh: Eine kleine Zeitreise
Kein modisches Element ist in so unterschiedlichen Materialien vorhanden wie der Schuh. Dabei waren die Anfänge des Schuhwerks aus materialtechnischer Sicht alles andere als vielseitig. Ötzi beispielsweise trug bei seinem Fund ein primitives Schuhmodell, das aus Hirsch- und Bärenfell sowie Grasfasern und Lindenbast hergestellt wurde. Das Bedürfnis, die Füße gegen Wind und Wetter zu schützen ist also uralt. Bis jedoch aus diesem Bedarf ein modisches Bewusstsein entwickelt wurde, musste noch viel Zeit vergehen.
Die Römer und die Ägypter waren die ersten, die mit verschiedenen Designs, Applikationen und Schuhmaterialien agierten. Sie machten den Schuh zum Indikator für einen sozialen Rang. Der Schuh als Statussymbol war geboren. Das eigentlich triste Mittelalter war für die Schuhe und die Nutzung neuer Materialien eine wahre Blütezeit. Absätze, Schnürsenkel, Riemchen und Rahmengenähte kamen zum Einsatz. Neben Leder spielten nun auch Holz und Baumwolle eine Rolle bei der Herstellung. Im 19. Jahrhundert brachte die industrielle Revolution die Wende der Schuhmanufaktur. Der Schuh wird von nun an in Massen produziert und ist für jedermann erhältlich. Er ist preisgünstiger als je zuvor und die optische Geschlechtertrennung der Modelle entsteht. Leder ist der Hauptakteur dieser Schuhepoche. Im 20. Jahrhundert erobern synthetische Stoffe die Welt der Schuhe. Nähte werden durch Verklebungen ersetzt und Komfort hält Einzug in die Schuhläden. Schuhmaterialien werden nun so ausgewählt, dass eine perfekte Balance aus Funktionalität und Ästhetik gewährleistet wird.
Schuhmaterialien für einen starken Auftritt
Heutzutage wird der Großteil der Schuhe künstlich fabriziert. Die Böden werden überwiegend aus thermoplastischen Kunststoffen hergestellt, während die Schäfte aus Chemiefasern bestehen. Der gute, exklusive Schuh* wird allerdings nach wie vor aus Leder gemacht. Hier ein kleiner Auszug der gängigen Schuhmaterialien:
Leder: Dieses natürliche Material stammt meistens vom Rind. Alternativ dazu dienen Lederarten von Kalb, Büffel, Schwein, Ziege, Pferd oder Schaf. Sehr exquisite Modelle setzen auf die Verwendung von Reptil-, Straußenleder oder Fischleder. Leder passt sich sehr schnell der Fußform an, ist atmungsaktiv, reißfest, wasserdampfdurchlässig und speichert Feuchtigkeit. Seine Geschmeidigkeit und Glätte sorgen für einen hohen Tragekomfort, ohne dabei eine gewisse Robustheit außer Acht zu lassen. Lediglich bei Nässe sollte man aufpassen, dass nicht zu viel Wasser in den Schuh eindringt. Daher ist es wichtig, Lederschuhe zu imprägnieren.
Synthetik: Das ist das Material der Moderne. Es ist absolut pflegeleicht, strapazierfähig, sehr günstig und vielfältig einsetzbar. Der große Nachteil ist, dass synthetische Stoffe kein gesundes Fußklima erzeugen. Wer synthetische Schuhe trägt, sollte diese gelegentlich ausziehen, um die Füße „aufatmen” zu lassen.
Gummi: Gummischuhe oder -stiefel schützen vor Schmutz und Wasser. Sie sind mittlerweile optisch so anspruchsvoll, dass sie nicht nur als Arbeitsschuh dienen. In Sachen Fußklima können diese Schuhsorten dagegen nicht punkten.
Stoff: Sneakers und andere Stoffschuhe bestechen durch ihr jugendliches Design. Sie sind pflegeleicht, robust und wiegen kaum was. Für den Sommer ist Stoff das ideale Material für ein gesundes Gehen. Bei Regen sind Stoffschuhe dennoch im Schuhschrank besser aufgehoben als auf der Straße.
Die Auswahl des Schuhmaterials hängt also vom Stil, vom Komfortanspruch und vom spezifischen Bedarf des Trägers ab. Und natürlich auch von seiner Preisvorstellung! Um sich im Wirrwarr der Materialien zurechtzufinden, ist jeder Hersteller verpflichtet, seine Schuhe in puncto Materialien zu kennzeichnen. Diese Kennzeichnung erfolgt in Form eines Piktogramms oder einer namentlichen Nennung des Materials:
Obermaterial | |
Futter- und Decksohle | |
Laufsohle | |
Leder | |
beschichtetes Leder | |
Textilien (natürlich und synthetisch) | |
sonstige Schuhmaterialien (Kork, Holz, …) |
Weitere Tipps und Infos: